Traditionelle Japanische Akupunktur

Nicht nur in Deutschland ist seit geraumer Zeit die Akupunktur als ein wichtiger Zweig der TCM in aller Munde. Es gibt allerdings nicht nur die chinesche Akupunktur, sondern auch .. die Koreanische Handakupunktur und auch die japanische Akupunktur. Beide haben eine ähnlich lange Tradtion wie das Chinesische Original, basieren auf identischen Quellen.

Alllerdings gibt es einige wichtige Unterschiede. Für Sie als Patienten ist der Wichtigste:sowohl bei der koreanischen als auch bei der japanischen Technik entstehen während der Behandlung keine Schmerzen. Insbesondere trifft dies auf die japanische Variante zu.
Wie auch in der TCM und im übrigen auch in der Schulmedizin, kommt der Diagnosestellung die zentrale Bedeutung für ein gutes Behandlungsergebnis zu. Die Diagnose wird durch eine subtile Pulsuntersuchung und durch das Abtasten des Bauches ( Hara-Diagnose) gestellt. Dabei kommt es ganz entscheidend auf die taktilen Wahrnehmungsfähigkeiten (Wahrnehmung mit den Fingerspitzen) des Untersuchers an. Lange Zeit wurde diese Art der Akupunktur deswegen nur von blinden Therapeuten ausgeübt. Ich habe diese Behandlungsart bei Steven Birch, dem wohl bekanntesten und renommiertesten Experten der Japanischen Akupunktur, gelernt.
Typisch für die Japanische Traditionelle Medizin ist auch die direkte Moxibustion mit hochgereinigtem Moxakraut. Hierbei werden winzig kleine Moxakegel an ihrer Spitze auf der Haut angezündet und rechtzeitig, bevor es zu einer Verbrennung kommen könnte, gelöscht. Die Wirkung dieser Technik ist mit einer konventionellen Akukpunktur mit Nadeln vergleichbar, nur dass der Patient außer der positiven Wirkung überhaupt nichts spürt.

 

Die Besonderheiten der Japanischen Akupunktur

Vor etwa 1400 Jahren von buddhistischen Mönchen aus China eingeführt, hat die japanische Kultur der Akupunktur ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Sie hat Behandlungsansätze hervorgebracht, die im Westen noch relativ unbekannt sind, aber zunehmend auf Interesse stoßen. Auch in Japan gab es staatliche Einflüsse, wenn auch niemals eine solche staatliche Vereinheitlichung wie in China. Sie reichen  von der Gründung der ersten japanischen Akupunkturschule im Jahr 718 n. Chr., bis zum staatlichen Ausübungsverbot der Akupunktur für Sehende im Jahr 1895. In Japan war die Akupunktur  traditionell ein Blindenberuf. Dies hat die japanische Akupunktur maßgeblich beeinflusst. Die große Bedeutung eines feinen Tastsinns für die Ausübung vieler japanischer Stilrichtungen ist typisch. Der Sehende braucht sehr viel mehr Übung, um ein ebenso differenziertes Wahrnehmungsvermögen zu entwickeln wie Blinde. Und es braucht noch viel mehr Übung um die Veränderungen am Gewebe wahrzunehmen, die durch energetische Fülle-oder Leerezustände entstehen, oder gar das „Qi" selbst fühlen zu können. Eine Ausbildung in japanischer Akupunktur ist niemals eine rein theoretische Ausbildung. Vielmehr wird in den japanischen Schulen ein ausgesprochen großer Wert auf praktische Übungen  und damit der Verfeinerung der eigenen Kunstfertigkeit gelegt.Seitdem die „Neue Medizin“ von chinesischen Mönchen nach Japan gebracht wurde,erzählt man sich folgende Legende:Ein Shogun (Japanischer Fürst) wurde mit Akupunktur behandelt. E r ertrug dies offenbar mit Gelassenheit. Am Ende der Sitzung befahl er dann aber (vielleicht noch ein wenig blass um die fürstliche Nase), dass diese Heilkunde erst dann in  seinem Land verbreitet werden dürfe, wenn man eine schmerzärmere Stichtechnik erfunden habe. So kam es zur Entwicklung eines Nadel- Führungsröhrchens (... in Wirklichkeit wurde es erst sehr viel später verwendet...), das einen  schmerzfreien Einstich und die Benutzung von sehr viel feineren Nadeln wie in der Traditionelle Chinesische Medizin üblich ermöglichte . Der gänzliche Verzicht auf ein Einstechen der Nadel in der  „Toyahari- Schule", gehört zu den ganz  besonderen japanischen Spezialitäten. Diese sanfte oberflächliche Technik passt eher zu uns Kopfarbeitern und kann schon bei Babies angewendet werden.